Jetzt, wo ich alleine in meinem wohlig gemütlichen (Achtung: Ironie) Zimmer sitze würde ich ja gerne die abenteuerliche Geschichte erzählen, aber ich glaube, da schlaf ich lieber noch eine Nacht drüber!
Die erste Nacht auch geschafft. Glücklicherweise kamen wir vor den anderen Studenten hier an und konnten uns gleich das schönste Bett raussuchen, was aber überhaupt keinen Unterschied macht, denn alle Zimmer sind symmetrisch und gleich eingerichtet (mit Bett, Schreibtisch, Stuhl und kleine Kommode)!
(Bild: Zimmer bei der Ankunft und nach dem 'Häuslich Einrichten')
Jetzt aber zur schon gestern angekündigten Geschichte:
Da wir schon gegen 9.20 Uhr (aufgrund der günstigen Verkehrslage und vielleicht auch der Fahrtgeschwindigkeit - eher das) nach nur 1 Stunde und 50 Minuten den Frankfurter Flughafen erreichten, gab es dann noch ein kleines Frühstück im Panoroama-Aussichts McDonalds (noch mal Leckeres vom Bischberger Bäcker Schneider). Danach mussten wir leider feststellen, dass sich der Abflug in Frankfurt wohl um eine Stunde verzögern würde und wir unseren Anschlussflug in Philadelphia wohl nicht mehr schaffen würden (denn nach der Ankunft in Philadelphia, muss man durch eine Passkontrolle, die Koffer abholen, durch die Zollkontrolle, die Koffer wieder einckecken, am Schalter neue Flugtickets bekommen, mit dem Schuttelbus zum anderen Temrial fahren – was (wie man uns sagte) mindestens 1,5 Stunden in Anspruch nehmen würde (später sollten wir erfahren, dass es auch anders geht :) ).
Nach dem traurigen Abschied von unseren Familien war es dann um ca. 14 Uhr soweit: das Flugzeug hebt ab! (Hannes Hand in meinen Oberschenkel gekrallt, starrer Blick und auch kaum ansprechbar)… Der Flug verlief recht ruhig und so kamen wir nach 8 einhalb Stunden in Philaldelphia um 16.30 lokaler Zeit an, mussten aber noch einige Zeit vor der ersten Passkontrolle anstehen.
Der Anschlussflug nach Williamsport war für 17.35 geplant.
Unser Gepäck konnten wir um 17.20 vom Gepäckband nehmen; schnell durch die Zollkontrolle und zum Gepäckaufgeben, dann der recht desinteressierten Frau am Schalter von US Airways die Tickets zeigen und erklären, dass wir schon spät dran seien und dringend unsere Weiterflugtickets bräuchten (was sie auch sehr interessiert aufnahm und gleich genauso langsam weiterarbeitete). Den Flughafen von Philadelphia hab ich nur im Rennen wahrgenommen, durch eine weitere Passkontrolle, und noch mal eine Sicherheitskontrolle (17.30 Uhr), sodass wir dann den Shuttlebus zum Terminal F um genau 17.35 Uhr erreichten.
In einem Affentempo von ca. 20kmh raste der Bus Terminal F entgegen: vorbei an Terminal A, B, C, D und E! Wir vesuchten beim Vorbeifahren zu erkennen ob unser Flugzeug noch bei Gate F2 stand, doch als wir endlich um die Kurve zu Terminal F fuhren, war bei F2 kein Flugzeug mehr zu sehen (es war ja auch schon 17.45).. Also hatten wir unseren Flug wohl verpasst!
Als wir niedergeschlagen am Gate F2 ankamen, saßen aber noch ziemlich viele Leute im Wartebereich und auf der Anzeigetafel erschien das Wort über das wir uns bis jetzt im Leben wohl das erste Mal gefreut haben: Delayed!
Also haben wir den Flieger (Propellermaschine) doch noch erreicht….
Am kleinen City-Airport von Williamsport mussten wir dann leider feststellen, dass unsere Koffer nicht an Bord des Flugzeugs nach Williamsport waren, sondern sich noch irgendwo am Flughafen Philadelphia befinden.
Lindsey, die schon am Flughafen auf uns gewartet hatte, brachte uns dann zum College, das auf den ersten Blick wie eine kleine eigene Stadt wirkt. (aber davon sollten wir an diesem Abend noch nicht viel mitbkommen, denn es war ja schon dunkel und wir sehr, sehr müde)..
Nachdem Lins uns dann unsere Zimmerschlüssel überreicht hatte gings (nicht wie erhofft ins Bett) sondern zum Supermarkt um dort Getränke für die ersten Tage zu kaufen!
Zum ersten mal in einem amerikanischen Supermarkt:
alles ein bisschen größer, von allem ein bisschen mehr und vor allem sehr bunt.
Gesunde Lebensmittel, wie Obst oder verschiedene Säfte sind zwar teurer als bei uns zuhause, aber dafür weiß man wenigstens, dass man sich gesund ernährt (was wir dann aber nach dem Probieren der eingekauften Sachen auf jeden Fall in Frage stellten, denn irgendwie schmeckt alles 5 mal süßer als zuhause – sind die Äpfel also mit Zuckerinfusionen versehne worden, ist der angeblich frisch gepresste Orangensaft mit künstlichen Orangenaromen und 5 Kilo Zucker pro Liter versetzt worden – man wird es wohl nie erfahren) ..
Wieder im College angekommen und endlich alleine auf dem Zimmer, kommt man nicht umhin, eine gewisse Ähnlichkeit mit einer umfunktionierten, beige gestrichenen Gefängniszelle festzustellen, aber wenn man erst mal das Bett zum schlafen vorbereitet hat (keine leichte Aufgabe, Schaumstoffpolster und diverse Tücher und Eckspanntücher) sieht das Zimmer ja schon ganz anders aus (achja?)..
Tja, ohne Koffer gibt’s auch nichts zum Umziehen oder Waschen, also einfach sowie man ist ins Bett!
Da sich in meinem Wohnheim (der sogenannten Williams Hall) immer 2 Zimmer ein kleines Badezimmer mit Dusche und WC teilen, wurde ich am nächsten Tag um ca. 6 Uhr früh von Malory vom Nebenzimmer geweckt, die wie alle hier früh und abends ca. 45 Minuten lange duschen, ohne das Wasser (welche übrigens gechlort ist) auszumachen.
Nach dem Möbel umstellen:
(mein Kleiderschrank)
Bei Tageslicht sieht der Campus ganz anders aus als im Dunkeln: alles sehr gepflegt, schön angelegt und grün mit vielen Gebäuden (alle im gleichem rotem Ziegelstein – eine kleine Campus Stadt).
(Williams Hall - mein Wohnheim)
(Blick aus Hannes Fesnter)
(sieht aus wie eine kleine eigene Stadt)
(hinter dem Campus)
(so und jetzt gebe ich an Hannes ab, der mal zusammenfassen wird, was wir die letzten Tage so getrieben haben)!
Bis Bald,
Katha
Mal überlegen was man die letzten Tage so alles erlebt hat…
vom Flug hierher hat die Katha ja schon berichtet. Ihre Hämatome im Oberschenkelbereich sind diesmal nicht so extrem da der Flug ja verhältnismäßig ruhig war, obwohl mir das eindeutig gereicht hat.
Am Campus angekommen fühlt man sich erstmal ziemlich verloren, da dieser nämlich ziemlich groß ist und man erstmal ein paar Tage braucht um sich zurechtzufinden. Ich für meinen Teil hab bei der Zimmerverteilung relativ viel Glück gehabt (zumindest was die äußeren Umstände angeht), weil sich mein Wohnheim, die so genannte Wesley Hall direkt in der Mitte der großen Camuswiese befindet und ich aus meinem Zimmer einen schönen Blick auf Bäume und die Ausläufer der Berge (sind das schon die Appalachen?) habe. Womit sich das Glück dann aber, mal abgesehen vom direkten Highspeed- Internetzugang auf jedem Zimmer, schon erschöpft hätte. Ich habe nämlich das große Vergnügen ein Badezimmer mit einem ganzen Stockwerk zu teilen (geschätzte 20 Leute). Die näheren Ausmaße des Bades möchte ich an dieser Stelle nicht erläutern, allerdings kann sich jeder denke ich gut vorstellen, dass neben Fußpilz bestimmt noch andere nette, bakterielle Zeitgenossen auf einen gemütlichen Plausch warten.
Mein Zimmer teile ich mit drei Roommates, prinzipiell eigentlich sogar nur einem, da der Raum geteilt ist (die Katha hat nur einen Roommate, die Susan und die ist ein echtes Southern Girl hehe). Die Roommates sind aber cool drauf muss ich sagen und auch so hat man schon die ein oder andere nette Person getroffen.
Zum Essen ist zu sagen, dass man aus einer großen Vielfalt von fetten, sehr fetten und extrem fetten Gerichten auswählen kann.
Allerdings – und jetzt kommt die Riesenüberraschung – kann man sich in Amerika tatsächlich auch gesund ernähren… es gibt eine Salatbar zu jeder Mahlzeit und auch echte Kartoffeln, die nicht als Fries zur Verfügung gestellt werden. Gut zugegeben die Äpfel schmecken auch ungesund und sehen auch aus als wären sie künstlich (hm, das würde einiges erklären) aber es ist ja schon mal was, dass überhaupt Obst zu haben ist. Die vegetarischen Gerichte sind auch recht in Ordnung und zum Teil nicht mal so ungesund wie es den Anschein haben mag. Zum Essen hat man dann freie Wahl aus allen möglichen Heißgetränken und Softdrinks von Pepsi über Mountain Dew bis hin zur beliebten Dr. Pepper. Also an sich ist die Cafeteria nicht zu verachten.
In den ersten Tagen hier haben wir erstmal per Auto die Stadt ein bisschen angeschaut (es gibt einen Aldi!) Warum verfolgt uns diese Kette denn sogar bis ans Ende der Welt?) und es sieht einfach mal stereotyp nach amerikanischer Kleinstadt aus, was aber vollkommen in Ordnung geht. Der Campus befindet sich mitten in der Stadt und wenn man sich dort aufhält hat man sowieso nicht den Eindruck, dass irgendetwas außen herum stattfindet.
Am zweiten Tag waren wir erstmal mit der Lindsay, einer Deutschstudentin die sehr nett ist, essen in irgendeiner Restaurantkette, die vor allem Tennessee-Style Barbecue Zeugs verkauft. Davon muss ich sagen war ich aber genauso positiv überrascht wie von den Ladenöffnungszeiten: Hier gibt’s einen großen Supermarkt der nie zumacht. Im katholischen Bamberg ein Ding der Unmöglichkeit, da kannst du um fünf Uhr nachmittags den Gehsteig hochklappen. Naja so richtig steppt der Bär hier auch nicht (obwohl es in der Region durchaus Grizzlys geben soll) aber auf dem Campus kann es durchaus auch schon richtig rund gehen, weswegen auch des Öfteren Campuspartys angesagt sind. Das darf man sich dann so vorstellen:
Person > 21 kauft Alkohol und verteilt an Person < 21 =" Alkleichen,">
(Lindsey in Walmart)
Aber zurück zum Erlebten!
Neben dem Essengehen haben wir den Supermarkt mit den tollen Öffnungszeiten besucht wo es sogar Obst gibt, wobei es mich gar nicht wundert, dass ein Großteil der Amis furchtbar fett ist, da gesunde Sachen wie Obst, Säfte und Nahrunsergänzungszeugs dermaßen teuer sind, dass ein Großteil lieber zur etwas günstigeren und ungesunden Variante greift. Nur als Beispiel: Eine Flasche Orangensaft (2 Liter) kostet 4,99 Dollar. Da greift man doch lieber zum Wasser oder was sicher viele tun zur Coke. Außerdem haben wir den ersten Walmart-Besuch unseres Lebens hinter uns! Um das Zimmer nämlich zu verschönern benötigt man durchaus diverse Hilfsmittel, um den Knastzellen-Charme etwas loszuwerden (ich hab das mit einer falschen Pflanze versucht, die laut Katha aussieht als hätte man sie gerade vom Sperrmüll entwendet (Anmerkung von Katha: sie sieht wirklich aus wie vom Sperrmüll!!!) . Mir egal ich finds gut). Außerdem sind technische Annehmlichkeiten wie Kühlschrank, Ventilator, Mikrowelle, Fernseher, PC und diverse andere Dinge durchaus brauchbar. Das Beste was in der dieser Woche noch stattfinden wird, wird denke ich der erste Stammtisch (heißt tatsächlich Stammtisch) in der lokalen Brauerei sein, dessen einzige Teilnahmebeschränkung darin besteht, dass den Abend über deutsch gesprochen werden muss, da das Ganze vom Deutschverein der Uni ausgeht. Wieder etwas das ich sehr sympathisch nennen möchte.
Ansonsten ist viel studieren angesagt.
Das System an der Uni unterscheidet sich nämlich zu unseren Ungunsten deutlich von dem in Deutschland, was darin resultiert, dass wir allein für den Spanisch-Beginnerkurs ungefähr 15 schriftliche Arbeiten, nebst drei Abschlussarbeiten und vier Interviews, und eine Reihe anderer Tests zu absolvieren haben. Vielleicht bringt das Ganze ja vom pädagogischen Wert her betrachtet tatsächlich was.
Wiederum toll an der Uni ist aber die technische Ausstattung der Räume, was man aber auch nicht anders erwartet hatte und das Sportcenter, das neben einem Schwimmbad und zwei Basketballfeldern, Indoor Track auch über einen großen Kraftraum verfügt. Aber es glaubt doch sowieso keiner ernsthaft, dass ich des Ding mal von innen sehen werde (mal abgesehen von der Besichtigung und dem Versuch einen Fußball herzubekommen, was von der Frau an der Ausgabe nur mit einem ungläubigen Kopfschütteln beantwortet wurde). Ne ne ich komm schön fett und rund wieder aus Amerika zurück und erlebe mein ganz persöniches „Supersize me!“. Na ja hab nur Spaß gemacht ich war tatsächlich schon mal da drin, hab Fußball gegen einen Engländer gespielt (und gewonnen! Yes!) und plane auch fest da mit der Katha noch diverse weitere Male hin zu gehen, damit mein Bauch noch etwas länger relativ Schwerkraft-resistent bleibt. In diesem Sinne…
Und beim Nächsten Mal:
Die erste Woche Unterricht geschafft, was macht man am Wochenende und warum sieht Hannes Zimmer aus wie vom Sperrmüll! :) (hehe.. musste ich einfach schreiben! .. – Katha-)
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